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Kliniktasche packen: Was wirklich rein muss

Ab welcher SSW packen, was rein muss, was die Klinik stellt: die Checkliste für Geburt, Wochenbett und Baby.

28 Min. Lesezeit

Irgendwann in den letzten Schwangerschaftswochen stehst du vor der leeren Kliniktasche und fragst dich, was da eigentlich hineingehört. Die Kurzfassung: Pack sie spätestens bei 37+0, also zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche – unverzichtbar sind nur Mutterpass, Versichertenkarte und Ausweis und für die Heimfahrt im Auto eine Babyschale, vieles andere stellt die Klinik. Hier findest du alles für eine Geburt in einer deutschen Klinik, Schritt für Schritt und als Liste zum Abhaken, auch wenn du ohne Begleitung oder ohne Hebamme planst. Ist dein Baby schon da, sind für dich vor allem die Heimfahrt, das Wochenbett und der Kasten „Achte darauf“ ganz unten wichtig.

Kliniktasche auf einen Blick

Fertig gepackt
bis 37+0
Gepäck
2 Taschen
Klinikaufenthalt
rund 3 Tage
Kaiserschnitt
3–7 Tage

Ab welcher SSW packen?

Für die Kliniktasche zählt nicht nur der errechnete Termin: Weniger als fünf Prozent aller Babys kommen genau an diesem Tag, die meisten in den zehn Tagen davor oder danach. Ab 37+0 – so steht es im Mutterpass, gemeint ist der Beginn der 38. Schwangerschaftswoche – gilt eine Geburt nicht mehr als Frühgeburt. Spätestens dann sollte deine Tasche gepackt an der Tür stehen.

Erwartest du Zwillinge, pack deutlich früher, denn Mehrlinge kommen häufiger zu früh. Frag bei der Vorsorge, mit welcher Woche du rechnen solltest – genauso bei anderen Gründen für eine frühere Geburt. Und pack auch für eine geplante ambulante Geburt für ein paar Tage: Pläne ändern sich manchmal.

Bis 37+0 sollte außerdem erledigt sein: Die Babyschale ist im Auto ausprobiert, der Tank ist voll, und die wichtigsten Telefonnummern stehen auf Papier.

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Eine oder zwei Taschen?

Bewährt hat sich, die Kliniktasche aufzuteilen: zwei Gepäckstücke statt eines großen Klinikkoffers, dazu ein Beutel, der zu Hause wartet:

  • Die Kreißsaal-Tasche – am besten ein Rucksack oder eine kleine Umhängetasche, damit die Hände frei bleiben. Darin stecken deine Papiere und alles für die Stunden der Geburt. Sie kommt sofort mit.

  • Die Stationstasche – eine Reisetasche oder ein kleiner Rollkoffer in Handgepäckgröße für die Tage danach. Rollen helfen, weil am Entlassungstag auch noch die Babyschale getragen werden will. Ein Beutel für Schmutzwäsche gehört hinein.

  • Der Heimweg-Beutel mit dem Outfit fürs Baby. Er steht zu Hause neben der Babyschale und wird am Entlassungstag mitgebracht.

Fahrt ihr mit dem eigenen Auto, kann die Stationstasche im Kofferraum warten, bis du auf der Station angekommen bist. Kommst du mit Taxi oder Rettungswagen, nimm beide Taschen gleich mit oder lass die Stationstasche gepackt an der Tür stehen, damit sie jemand nachbringt. Planst du eine ambulante Geburt, gehören Heimweg-Beutel und Babyschale von Anfang an ins Auto.

Leg in jede Krankenhaustasche obenauf einen Zettel mit dem Inhalt, dann findet auch jemand anderes das Richtige.

Die Checkliste zum Abhaken

Die komplette Kliniktasche-Checkliste auf einen Blick, mit Mengen für rund drei Tage – so lange bleibst du meist in der Klinik, nach einem Kaiserschnitt länger. Fett markiert ist, was du wirklich brauchst, der Rest ist Komfort.

Papiere – obenauf in die Kreißsaal-Tasche

  • Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis

  • Einweisungsschein, falls deine Praxis dir einen mitgegeben hat

  • Allergiepass und Impfpass, falls vorhanden

  • Urkunden fürs Standesamt in einer beschrifteten Klarsichthülle

  • Zettel mit wichtigen Nummern und deinen Medikamenten samt Dosierung

Kreißsaal-Tasche

  • 1–2 lange, weite T-Shirts oder ein Nachthemd, dazu ein vorne offenes Oberteil

  • 1 Paar warme Socken, 1 Strickjacke

  • Hausschuhe zum Hineinschlüpfen

  • Haargummis und Lippenpflege

  • Brille statt Kontaktlinsen

  • Snacks für mehrere Stunden, eine Trinkflasche mit Sportverschluss

  • Handy, extralanges Ladekabel, Kopfhörer

  • Medikamente, die du regelmäßig brauchst, in der Originalpackung

  • Geburtswünsche auf einem Blatt, falls du welche hast

Stationstasche

  • 2–3 Schlafanzüge oder Nachthemden, vorne zu öffnen

  • 2–3 Still-BHs oder dehnbare Still-Bustiers, 1 Packung Stilleinlagen

  • 5–6 hoch geschnittene Einmalslips oder kochfeste Baumwollslips

  • 1 Packung besonders saugfähige Binden – keine Tampons

  • Bademantel oder Sweatjacke, Badelatschen

  • Kulturbeutel, 1–2 Handtücher, falls die Klinik keine stellt

  • Große Trinkflasche, Kleingeld oder Karte für Automaten

  • Schlafmaske und etwas zu lesen

  • Weite Kleidung für die Heimfahrt

Heimweg-Beutel fürs Baby – bleibt bis zur Entlassung zu Hause

  • 2 Bodys: einer in Größe 56, einer in 62, bei zarten Babys zusätzlich 50

  • 1 Strampler oder Hose und Oberteil, 1 Paar Söckchen, 1 Mütze

  • 1 dünne Jacke, im Winter zusätzlich ein Overall nur für den Weg zum Auto

  • 1 leichte Decke für über den Gurt, 2–3 Windeln, 1 Spucktuch

  • Babyschale mit Neugeboreneneinsatz, wenn ihr mit Auto oder Taxi fahrt

Für deine Begleitung

  • Wechselkleidung für eine lange Nacht, Zahnbürste, Essen für euch beide

  • Ausweis, Ladekabel, Powerbank, Kleingeld, ein Handtuch für den Autositz

Zu Hause bereit

  • Weitere Binden und Stilleinlagen

  • Windeln in Größe 1, Waschlappen, eine parfümfreie Wundschutzcreme

  • Digitales Fieberthermometer mit weicher Spitze

  • Babybett im Elternschlafzimmer und ein passender Schlafsack

  • Vorgekochtes Essen und ein voller Kühlschrank

  • Wenn du nicht oder nicht voll stillst: Anfangsnahrung (Pre), 2–3 Fläschchen mit Saugern für Neugeborene, eine Flaschenbürste

Nur weniges ist unverzichtbar. Der Rest in der Tasche ist Komfort – und der darf sein.

Welche Papiere du brauchst

Eine vergessene Zahnbürste bringt dir jemand am nächsten Tag. Die Papiere in deiner Kliniktasche brauchst du dagegen gleich bei der Aufnahme – und zwar vor allem drei: Mutterpass, Versichertenkarte und Personalausweis. Den Mutterpass trägst du am besten ohnehin ständig bei dir, denn im Notfall steht darin alles Wichtige über dich und dein Baby. Einen Einweisungsschein verlangt nicht jede Klinik. Fotografier alle Dokumente mit dem Handy und steck die Originale in eine beschriftete Klarsichthülle.

Die Urkunden fürs Standesamt brauchst du nicht im Kreißsaal. Die Klinik zeigt die Geburt innerhalb einer Woche an, eure Unterlagen gebt ihr meist auf der Station ab. Welche das sind, hängt vom Familienstand ab:

  • Verheiratet: die Eheurkunde oder ein beglaubigter Ausdruck aus dem Eheregister, manchmal zusätzlich eure Geburtsurkunden.

  • Nicht verheiratet: die Geburtsurkunde der Mutter. Soll der Vater gleich eingetragen werden, außerdem seine Geburtsurkunde, die Vaterschaftsanerkennung und, falls vorhanden, die Sorgeerklärung.

  • Geschieden oder verwitwet: zusätzlich ein Nachweis, dass die Ehe beendet ist, etwa das rechtskräftige Scheidungsurteil oder die Sterbeurkunde.

  • Urkunden aus dem Ausland: meist mit beglaubigter Übersetzung und je nach Land mit Apostille oder Legalisation, einer amtlichen Echtheitsbestätigung – früh beantragen.

Viele Standesämter wollen die Originale sehen. Den Vornamen könnt ihr übrigens nachreichen: Steht er bei der Anzeige noch nicht fest, habt ihr dafür einen Monat Zeit. Bei verschiedenen Nachnamen klärt vorher, welchen Familiennamen euer Kind bekommen soll.

Ihr seid nicht verheiratet? Dann erledigt ihr das Wichtigste am besten schon vor der Geburt:

  1. Macht beim Jugendamt einen Termin für die Vaterschaftsanerkennung und fragt, ob ihr die Sorgeerklärung gleich mit abgeben könnt. Beim Notar oder Amtsgericht kann es je nach Bundesland Gebühren kosten.

  2. Geht beide persönlich hin, denn auch die Mutter muss zustimmen. Welche Unterlagen ihr braucht, erfahrt ihr bei der Terminvergabe.

  3. Legt die Urkunden danach zu den Papieren fürs Standesamt.

Der Vater steht dann direkt in der Geburtsurkunde. Das gemeinsame Sorgerecht entsteht dadurch aber noch nicht, dafür braucht es die Sorgeerklärung – beim Jugendamt oder beim Notar.

Vor der Geburt erledigen

„Frag beim Anmeldegespräch“ liest du überall – aber was ist das? Die meisten Kliniken bitten Schwangere, sich vor der Geburt anzumelden: Deine Daten werden aufgenommen, und du kannst alle Fragen loswerden. So gehst du vor:

  1. Such dir früh eine Klinik aus, denn beliebte Häuser haben nur begrenzt Plätze.

  2. Ruf dort im Kreißsaal oder in der Schwangerenambulanz an und frag, ab welcher Woche sie Anmeldetermine vergeben.

  3. Bring Mutterpass und Versichertenkarte mit.

  4. Nimm deine Fragen auf einem Zettel mit – die wichtigsten stehen im Kasten unten.

Hast du es nicht geschafft, kannst du in der Regel trotzdem zur Geburt kommen.

Genauso früh lohnt sich die Suche nach einer Kinderarztpraxis. Die U1 und oft auch die U2 macht die Klinik, ab der U3 in der 4. bis 5. Lebenswoche brauchst du eine Praxis – und die sind gefragt. Ruf während der Schwangerschaft an und frag, ob sie neue Babys aufnehmen.

Schreib dir außerdem die wichtigsten Nummern auf einen Zettel für die Kreißsaal-Tasche. Ein leerer Handyakku sollte nicht darüber entscheiden, wen du erreichst:

  • den Kreißsaal deiner Klinik

  • die Wochenstation – frag vor der Entlassung, ob du dort auch danach anrufen darfst

  • deine Frauenarztpraxis und die Kinderarztpraxis

  • den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 für die Zeit, in der die Praxen geschlossen haben

  • die nächste Klinik mit Kinder-Notaufnahme – nicht jedes Krankenhaus hat eine

  • den Notruf 112, ein Taxi und eine Person in der Nähe, die im Notfall kommt

Habt ihr schon Kinder, klärt, wer sie nachts nimmt, samt einer Reserveperson, und packt ihnen eine kleine Tasche mit Schlafsachen, Kuscheltier und Zahnbürste.

Hebamme für die Nachsorge

Eine Nachsorgehebamme besucht dich nach der Geburt zu Hause, auch nach ein paar Tagen Klinik. Bist du gesetzlich versichert, zahlt die Krankenkasse: bis zum 11. Tag nach der Geburt bis zu zwei Besuche täglich, danach bis zur 12. Woche noch 16 Besuche und anschließend acht weitere Besuche oder Telefonate – bis du abgestillt hast, ohne Stillen bis zum Ende des 9. Lebensmonats. Bist du privat versichert, frag bei deiner Kasse nach, was sie erstattet.

Viele Hebammen sind lange im Voraus ausgebucht. Findest du keine, liegt das nicht an dir – und du bist trotzdem versorgt:

  1. Such weiter bis zur Geburt, etwa über die Hebammensuche deiner Krankenkasse oder des Hebammenverbands, frag mehrere an, lass dich auf Wartelisten setzen.

  2. Frag bei der Anmeldung und noch einmal auf der Wochenstation nach einer Hebammensprechstunde, einer Wochenbett- oder Stillambulanz. In manchen Kliniken helfen Lotsinnen bei der Suche.

  3. Entbinde dann nicht ambulant, sondern nutze die Tage in der Klinik zum Fragen und Üben.

  4. Mach vor der Entlassung Termine aus: in der Frauenarztpraxis für dich, in der Kinderarztpraxis für dein Baby.

  5. Bei Stillfragen helfen Stillberaterinnen und Stillgruppen, bei allem anderen Schwangerschaftsberatungsstellen und die Frühen Hilfen deiner Stadt oder deines Kreises.

  6. Eine Hebamme kann auch später noch einsteigen, der Anspruch läuft zwölf Wochen und länger.

  7. Nachts erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall die 112.

Die Kreißsaal-Tasche

Eine Geburt braucht Zeit. Beim ersten Kind dauert allein die Eröffnungsphase, in der sich der Muttermund öffnet, meist 8 bis 14 Stunden, bei weiteren Kindern oft nur rund sechs. Pack deshalb so, als würdest du einen langen Tag und eine lange Nacht an einem Ort verbringen, an dem du dich wohlfühlen möchtest.

Warme Socken und eine Strickjacke sind kein Luxus: Gegen Ende der Geburt frieren viele Frauen. Aus einer Flasche mit Sportverschluss trinkst du auch in Seitenlage.

Medikamente, die du regelmäßig nimmst – etwa Schilddrüsentabletten, Insulin mit Messgerät oder ein Asthmaspray –, bringst du in der Originalpackung mit, dazu einen Zettel mit der Dosierung: Unter Wehen nennt niemand Milligramm aus dem Kopf. Ob sie sich mit dem Stillen vertragen, klärst du vorher in der Praxis.

Getränke musst du meist nicht einpacken: Im Kreißsaal stehen in der Regel Wasser und warme wie kalte Getränke bereit, oft auch für deine Begleitung. Snacks dagegen schon – ob und was du unter der Geburt essen darfst, handhaben Kliniken unterschiedlich. Planst du eine Wassergeburt, frag vorher, was du in der Wanne tragen kannst. Schmuck und Wertsachen bleiben zu Hause. Und hast du Wünsche, etwa zu Schmerzmitteln oder zum ersten Hautkontakt, schreib sie auf ein Blatt.

Eine gepackte Tasche nimmt dir keine Wehe ab – aber einen Gedanken.

Die Stationstasche

Dein Baby schläft in seinem Bettchen direkt neben dir, denn Rooming-in ist tags wie nachts üblich. Und es möchte oft trinken: In den ersten Tagen sind acht bis zwölf Mahlzeiten in 24 Stunden typisch, anfangs mit nur wenigen Millilitern Kolostrum, der Vormilch – und das ist genau richtig so. Um den dritten Tag herum kommt bei vielen der Milcheinschuss, die Brust wird spürbar voller.

Deshalb brauchst du Oberteile, die sich vorne öffnen lassen, und BHs mit Luft nach oben. Die Klinik-Checkliste des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit rät zu Still-BHs etwa zwei Körbchengrößen über deiner Größe in der Schwangerschaft. Bist du unsicher, nimm dehnbare Still-Bustiers ohne Bügel und kauf feste BHs erst, wenn sich die Größe eingependelt hat.

Für den Wochenfluss, die Blutung nach der Geburt, brauchst du besonders saugfähige Binden, auch Wochenbettbinden genannt. Er dauert meist vier bis sechs Wochen und ist anfangs am stärksten. Tampons und Menstruationstassen sind so lange tabu: Binden senken das Risiko, dass sich der Wochenfluss staut, und beugen Infektionen vor. Manche Kliniken geben Vorlagen und Stilleinlagen aus, kauf deshalb erst eine Packung und den Rest, wenn du weißt, was dein Haus stellt.

Du stillst nicht oder nicht voll? Dann pack einen stützenden BH ein und trotzdem Stilleinlagen, denn deine Brust bildet auch ohne Stillen Milch. Sag es bei der Anmeldung und frag, ob die Station Säuglingsnahrung und Fläschchen stellt.

Auf der Station wird oft gefragt, wann dein Baby zuletzt getrunken hat, wie viele nasse Windeln es hatte und ob der erste Stuhl da war. Weil die Stunden verschwimmen, hilft es, das kurz festzuhalten – auf Papier oder in einer App.

Die ersten Stunden und Nächte

Direkt nach der Geburt darf dein Baby möglichst lange Haut an Haut auf deiner Brust liegen – dafür ist das vorne offene Oberteil gedacht. Damit das sicher bleibt:

  • Dein Baby liegt bäuchlings auf deiner Brust, den Kopf zur Seite gedreht, Nase und Mund frei, das Kinn nicht auf der Brust.

  • Der Rücken ist zugedeckt, das Gesicht nicht.

  • Deine Begleitung oder das Team schaut regelmäßig auf Hautfarbe und Atmung.

  • Wirst du müde oder hast du starke Schmerzmittel bekommen, gibst du dein Baby an eine wache Person oder legst es auf den Rücken in sein Bettchen.

Nachts bist du auf der Station oft allein. Stillst du im Klinikbett und merkst, dass dir die Augen zufallen, leg dein Baby zurück in sein Bettchen. Nach einem Kaiserschnitt oder mit PDA klingelst du lieber, statt es allein herauszuheben. Und wenn du nicht mehr kannst, sag es dem Team – um Hilfe zu bitten ist kein Versagen.

Trinken lernt dein Baby in diesen Tagen gemeinsam mit dir. Achte auf frühe Hungerzeichen wie Schmatzen, Suchen mit dem Mund oder Hände am Mund, denn Weinen kommt erst spät. Schläft dein Baby in den ersten Tagen lange, weck es sanft, wenn seit Beginn der letzten Mahlzeit etwa drei bis vier Stunden vergangen sind. Tun die Brustwarzen weh, liegt es meist am Anlegen. Prüf selbst: Das Kinn deines Babys berührt die Brust, die Nase ist frei, die Wangen sind rund, und über seiner Oberlippe siehst du mehr vom dunklen Warzenhof als unter der Unterlippe. Hilft das nicht, bitte jemanden vom Team, mit draufzuschauen. Frag, so oft du magst.

Für deine Begleitung

Wer dich begleitet, ob Partner oder andere Begleitperson, hält im besten Fall stundenlang deine Hand, massiert deinen Rücken und behält den Überblick – mit vollem Akku, im Handy wie im Magen. Zur Liste oben kommen eine Kontaktliste für die Geburtsnachricht und Badesachen, falls sie mit in die Geburtswanne darf.

Gib deiner Begleitung außerdem vier Aufgaben mit:

  1. Den Weg zur Klinik kennen, samt Parkplatz und Eingang für die Nacht.

  2. Ab 37+0 den Tank voll halten – und dich nicht selbst fahren lassen, wenn die Wehen laufen.

  3. Basis oder Gurtführung der Babyschale vorher im Auto ausprobieren.

  4. Am Entlassungstag Babyschale und Heimweg-Beutel mitbringen.

Und wenn dir Besuch zu viel wird, darf sie freundlich, aber bestimmt die Tür hüten.

Allein zur Geburt

Nicht jede hat jemanden, der mitkommt. Vielleicht wohnt die Familie weit weg, vielleicht bist du bewusst allein. Beides ist in Ordnung: Im Kreißsaal kümmern sich Hebammen und Ärztinnen um dich, und auf der Station darfst du jederzeit klingeln. Mit ein bisschen Vorbereitung klappt der Rest:

  1. Nimm beide Taschen gleich mit oder pack alles in eine, mit den Papieren obenauf.

  2. Steck den Heimweg-Beutel fürs Baby direkt in die Stationstasche.

  3. Für die Babyschale gibt es zwei Wege: Du nimmst sie schon bei der Fahrt in die Klinik im Taxi mit, oder du gibst einer Nachbarin oder Freundin den Schlüssel und den Auftrag, sie am Entlassungstag zu bringen.

  4. Schreib deine wichtigsten Wünsche für die Geburt auf, damit das Team sie kennt.

  5. Plan die Heimfahrt im Taxi, vor allem nach einem Kaiserschnitt.

  6. Organisier das Wochenbett vorher: vorgekochtes Essen im Gefrierfach, ein Lieferdienst für Einkäufe und, wenn niemand im Haushalt einspringen kann, eine Haushaltshilfe über die Krankenkasse – mehr dazu im Abschnitt zum Wochenbett.

Gut vorbereitet heißt nicht, zu zweit zu sein – sondern zu wissen, wen du anrufst.

Wann du losfährst

Beim ersten Kind gilt als Faustregel: Fahr los, wenn die Wehen etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen, ungefähr eine Minute dauern und so stark sind, dass du währenddessen kaum noch sprechen kannst. Ab dem zweiten Kind machst du dich schon auf den Weg, wenn sie regelmäßig alle zehn Minuten kommen – gemessen vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten. Bei langer Anfahrt oder einer sehr schnellen letzten Geburt rufst du früher an.

Platzt die Fruchtblase, gehst du so vor:

  1. Uhrzeit notieren, Farbe und Geruch des Fruchtwassers ansehen.

  2. Eine große Vorlage einlegen, keinen Tampon.

  3. Im Kreißsaal anrufen und sagen, was passiert ist.

  4. Dann zügig, aber ruhig losfahren – mit einem Handtuch auf dem Sitz und nicht selbst am Steuer.

Liegend transportiert werden musst du in aller Regel nicht. Anders ist es, wenn dein Baby nicht mit dem Kopf nach unten liegt, also in Beckenend- oder Querlage, oder wenn die Fruchtblase vor 37+0 platzt. Dann ist das Risiko höher, dass die Nabelschnur vorfällt: Fahr nicht einfach los, sondern ruf sofort im Kreißsaal an und folge der Anweisung. Liegt laut Vorsorge der Kopf noch nicht fest im Becken, frag vorher, was du bei einem Blasensprung tun sollst. Siehst oder spürst du die Nabelschnur in der Scheide: sofort die 112, auf Knie und Ellenbogen gehen, nach vorn beugen, die Nabelschnur nicht berühren.

Ruf außerdem sofort im Kreißsaal an, wenn

  • das Fruchtwasser grünlich, bräunlich oder übelriechend ist,

  • du Blut verlierst – mehr als die leicht blutige Schleimspur zum Geburtsbeginn,

  • dein Baby sich weniger bewegt als sonst – nicht bis morgen warten,

  • Wehen vor 37+0 einsetzen,

  • eine Wehe länger als zwei Minuten dauert oder sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten kommen,

  • du starke Kopfschmerzen, Sehstörungen wie Lichtblitze, Schmerzen unter den Rippen oder plötzlich geschwollene Hände oder ein geschwollenes Gesicht bekommst,

  • du Fieber ab 38 °C hast – nach einem Blasensprung schon, wenn deine Temperatur über 37,5 °C steigt.

Spürst du, dass dein Baby jetzt kommt, halte an und ruf die 112 – am Telefon wird dir gesagt, was zu tun ist.

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Kaiserschnitt und Sonderfälle

Geplanter Kaiserschnitt: Pack in die Kliniktasche Slips mit hohem Bund und weite Hosen, die nicht an der Naht reiben, und Wäsche für ein paar Tage mehr – du bleibst meist drei bis sieben Tage. Schmuck und Piercings legst du schon zu Hause ab, weil vor der Operation jeder Körperschmuck entfernt werden muss. Wann du zuletzt essen und trinken darfst, sagt dir die Klinik im Vorgespräch. Ein Stillkissen hilft, dein Baby so zu halten, dass nichts auf die Narbe drückt. Danach solltest du einige Wochen nichts tragen, was schwerer ist als dein Baby, und erst wieder Auto fahren, wenn es dir keine Beschwerden macht – das kann rund sechs Wochen dauern. Die Babyschale trägt also jemand anderes, oder du fährst im Taxi heim.

Hoch geschnittene Slips gehören auch ohne Plan in die Tasche, denn ein Kaiserschnitt kann ungeplant nötig werden.

Einleitung: Bis eine eingeleitete Geburt richtig in Gang kommt, können viele Stunden vergehen. Pack mehr Beschäftigung, Snacks für mehrere Mahlzeiten und ein zusätzliches Wechsel-Outfit ein.

Zwillinge: Früher packen, zwei Babyschalen, zwei Heimweg-Beutel – und alle Mengen fürs Baby doppelt.

Fristen rund um die Geburt

Herzfehler-Test
24.–48. Std.
Blut-Screening
36.–72. Std.
Hörscreening
bis 72. Std.
U2
3.–10. Tag

Check vor der Entlassung

Am Entlassungstag geht vieles durcheinander. Geh diese Punkte in Ruhe durch, am besten schon am Abend vorher:

  1. Schlag das gelbe Kinderuntersuchungsheft auf, das du bei der U1 bekommen hast: Sind die U1 und, je nach Aufenthalt, die U2 eingetragen? Sind der Test auf Herzfehler, das Blut-Screening und der Hörtest gemacht?

  2. Fehlt etwas, frag, wer es nachholt und bis wann, und schreib es dir auf.

  3. Frag auch, wer sich bei dir meldet, falls ein Ergebnis auffällig ist, und ob deine Telefonnummer stimmt.

  4. Steck die Arztbriefe für dich und dein Baby ein und nimm den Mutterpass wieder mit.

  5. Sind die Termine ausgemacht: die U2 bis zum 10. Lebenstag, falls sie nicht in der Klinik war – dort gibt es auch die zweite Vitamin-K-Gabe –, und ein Termin in deiner Frauenarztpraxis?

  6. Hast du die Nummer der Station, und sind Urkunden und Vorname fürs Standesamt abgegeben?

Zur Orientierung die Zeitfenster: Der Test auf Herzfehler per Pulsoxymetrie läuft in der 24. bis 48. Lebensstunde, das Blut-Screening auf Stoffwechselerkrankungen und Mukoviszidose in der 36. bis 72. Lebensstunde, das Hörscreening bis zur 72. Lebensstunde. Die U2 ist vom 3. bis 10. Lebenstag fällig und findet oft noch in der Klinik statt.

Du musst nicht alles im Kopf behalten: Frag nach, was fehlt, und schreib es dir auf.

Heimfahrt mit Baby

In die Kliniktasche fürs Baby gehört wenig: Kleidung und Windeln bekommt es in der Regel in der Klinik. Einpacken musst du nur, was es für den Heimweg braucht, vorher gewaschen. Die Kleidergröße entspricht ungefähr der Körperlänge, Neugeborene sind meist um die 50 Zentimeter lang: Größe 56 passt oft, 62 ist die Reserve, für zarte Babys ist 50 dabei. Wickelbodys sind leichter anzuziehen.

Im Sommer reichen Body, dünner Strampler, Söckchen und eine leichte Mütze. In der Übergangszeit kommt eine dünne Jacke dazu. Im Winter trägt dein Baby den dicken Overall nur bis zum Auto und wird vor dem Anschnallen ausgezogen, dann kommt die Decke über den geschlossenen Gurt. Sie ist nur für die Fahrt – zu Hause schläft dein Baby im Schlafsack.

Im Auto fährt ein Neugeborenes nur in einer passenden, zugelassenen Rückhalteeinrichtung mit – in der Regel einer Babyschale entgegen der Fahrtrichtung. So baust du sie ein:

  1. Lies die Anleitung: Befestigst du die Schale mit Basisstation oder mit dem Dreipunktgurt?

  2. Am besten kommt sie auf die Rückbank, auf den Beifahrersitz nur bei abgeschaltetem Frontairbag – wie das geht, steht in der Betriebsanleitung deines Autos.

  3. Ohne Basis läuft der Beckengurt über das Fußende der Schale und der Schultergurt um das Kopfende, jeweils durch die markierten Führungen.

  4. Rüttle danach kräftig: Die Schale muss fest sitzen.

  5. Lass den Einsatz für Neugeborene drin und stell die Schultergurte so ein, wie es die Anleitung vorgibt.

  6. Zieh die Gurte straff, sodass sie eng am Körper anliegen.

  7. Übe alles vorher mit einer Puppe oder einem Kissen – nicht zum ersten Mal auf dem Klinikparkplatz.

Während der Fahrt sitzt am besten ein Erwachsener hinten neben dem Baby, sonst hilft ein Spiegel. Die Schale ist nur zum Transport da: Auf längeren Strecken machst du Pausen und nimmst dein Baby heraus, lange Fahrten mit einem Neugeborenen verschiebst du lieber. Sackt es nach vorn zusammen, halte sofort an.

Eine gebrauchte Schale ist nur eine gute Idee, wenn du ihre Geschichte kennst: kein Unfall, nie heruntergefallen, nicht älter als vom Hersteller erlaubt, ohne Risse, mit intakten Gurten und Zulassungsetikett nach UN-Regelung 129 oder 44/04. Ohne Auto geht es im Kinderwagen in Liegeposition oder in einer Trage, die ab Geburt geeignet ist: eng und aufrecht, das Gesicht immer sichtbar, das Kinn nicht auf der Brust.

Für den Heimweg braucht dein Baby wenig: einen sicheren Platz und jemanden an seiner Seite.

Das Wochenbett zu Hause

Das Wochenbett, die ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt, geht zu Hause weiter. Was bereitliegen sollte, steht in der Checkliste oben. Drei Dinge verdienen einen zweiten Blick.

Das Fieberthermometer. Nimm ein digitales mit weicher Spitze, denn bei Babys misst man im Po am genauesten, Ohr- und Stirnthermometer sind erst bei älteren Babys verlässlich. So geht es: die Spitze mit etwas Vaseline oder Creme einreiben, dein Baby auf den Rücken legen, die Beinchen sanft anheben und festhalten, die Spitze nur 1 bis 2 Zentimeter einführen und warten, bis das Thermometer piept.

Der Schlafplatz. Richte das Babybett im Elternschlafzimmer schon vor der Geburt ein, damit ihr nach der Heimkehr nur noch ankommen müsst. Neugeborene schlafen meist 14 bis 18 Stunden am Tag, verteilt auf Etappen von etwa 30 Minuten bis drei Stunden, tags wie nachts. Einen erkennbaren Tag-Nacht-Rhythmus entwickeln die meisten erst ab etwa zwei Monaten – es wird also leichter. Bis dein Baby wieder gut zunimmt, weckst du es spätestens nach etwa vier Stunden zum Trinken.

Der Blick in die Windel. Ohne Waage zeigen dir die Windeln, ob dein Baby genug bekommt: am ersten Tag ein bis zwei nasse, dann jeden Tag etwa eine mehr, ab dem fünften Tag mindestens sechs schwere nasse Windeln in 24 Stunden. Um den fünften Tag wird der Stuhl gelblich. Rund sieben Prozent Gewichtsverlust in den ersten Tagen sind normal, nach 10 bis 14 Tagen haben die meisten Babys ihr Geburtsgewicht wieder erreicht.

Und plant Hilfe ein: Wer kocht, wer kauft ein? Kann niemand in deinem Haushalt einspringen, zahlt die Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen eine Haushaltshilfe, mit ärztlicher Bescheinigung.

Ambulante Geburt

Bei einer ambulanten Geburt gehst du einige Stunden nach der Geburt heim – vorausgesetzt, es gab keine größeren Komplikationen und ihr beide seid wohlauf. Die Nachsorgehebamme kommt dann schon am Tag der Geburt und danach meist täglich. Hast du keine Nachsorge zugesagt bekommen, nutze lieber die Tage in der Klinik. Außerdem gilt:

  • Die Tests: Vor der Entlassung wird Blut fürs Screening genommen; war das vor der 36. Lebensstunde, wiederholt es die Kinderarztpraxis oder Hebamme. Klärt, wo Hörtest und Test auf Herzfehler stattfinden.

  • Die U2: Mach vor der Geburt einen Termin in der Kinderarztpraxis für den 3. bis 10. Lebenstag.

  • Heimweg-Beutel und Babyschale liegen von Anfang an im Auto.

Und dann: Ruhe – je klarer die Aufgaben verteilt sind, desto mehr Zeit bleibt fürs Kennenlernen.

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Das muss nicht mit

Manches nimmt in der Kliniktasche nur Platz weg:

  • Babykleidung für die Klinikzeit – die stellt das Haus in der Regel.

  • Windelpakete – ein paar Windeln für den Heimweg genügen.

  • Getränke für den Kreißsaal – Wasser und andere Getränke stehen meist bereit.

  • Tampons und Menstruationstasse – nicht, solange der Wochenfluss läuft.

  • Schmuck, Wertsachen und Laptop – sie gehen leicht verloren.

  • Große Kosmetikflaschen – Reisegrößen reichen.

  • Milchpumpe und Stillhütchen – eine Pumpe hat die Klinik, Stillhütchen nur nach Beratung.

Und wenn doch etwas fehlt?

Dann ist das kein Drama. Für die ersten Stunden hat die Klinik das Nötigste da, und fast alles lässt sich nachbringen. Frag auf der Station nach, bevor jemand losfährt – manches liegt dort ohnehin bereit. Die Babyschale brauchst du nur, wenn ihr mit Auto oder Taxi heimfahrt. Alles andere ist Komfort: schön, wenn er da ist, aber kein Maßstab dafür, wie gut du vorbereitet bist.

Häufige Fragen

Ab welcher SSW sollte die Kliniktasche gepackt sein?

Spätestens bei 37+0, also zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche. Ab dann gilt eine Geburt nicht mehr als Frühgeburt, und dein Baby darf sich jederzeit auf den Weg machen. Nur wenige Babys kommen genau am errechneten Termin, die meisten in den zehn Tagen davor oder danach. Bei Zwillingen oder wenn deine Praxis mit einer früheren Geburt rechnet, packst du deutlich eher. Wer mag, fängt ein paar Wochen vorher an und ergänzt nach und nach.

Was stellt das Krankenhaus nach der Geburt?

In der Regel Kleidung und Windeln fürs Baby während des Aufenthalts und im Kreißsaal Getränke, oft auch für die Begleitung. Manche Häuser geben außerdem Wöchnerinnenvorlagen und Stilleinlagen in ausreichender Menge aus. Ob es Netzslips, Handtücher, Stillkissen und Säuglingsnahrung gibt, ist von Klinik zu Klinik verschieden – frag beim Anmeldegespräch oder ruf auf der Wochenstation an. Selbst mitbringen musst du deine Papiere, Kleidung und Waschzeug für dich, das Outfit fürs Baby für die Heimfahrt und, wenn ihr mit Auto oder Taxi fahrt, die Babyschale.

Was zieht mein Baby bei der Entlassung an?

Einen Body, einen Strampler oder Hose und Oberteil, Söckchen und für draußen eine Mütze, dazu je nach Wetter eine dünne Jacke. Größe 56 passt vielen Neugeborenen, nimm 62 als Reserve und für zarte Babys zusätzlich 50 mit. Im Winter bleibt der dicke Overall nur für den Weg zum Auto an: In der Babyschale muss der Gurt eng am Körper liegen, deshalb kommt die Decke erst über den geschlossenen Gurt. Wasch alle neuen Sachen vorher einmal.

Wann ist der richtige Moment, in die Klinik zu fahren?

Beim ersten Kind, wenn die Wehen etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen, ungefähr eine Minute dauern und du währenddessen kaum noch sprechen kannst. Ab dem zweiten Kind schon bei regelmäßigen Wehen alle zehn Minuten. Nach einem Blasensprung rufst du im Kreißsaal an und fährst dann zügig, aber ruhig los, nicht selbst am Steuer. Liegt dein Baby nicht mit dem Kopf nach unten oder platzt die Fruchtblase vor 37+0, ruf sofort an und fahr nicht einfach los. Siehst oder spürst du die Nabelschnur, wähl die 112. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh anrufen als zu spät.

Muss ich die Geburt selbst beim Standesamt anmelden?

Nicht, wenn dein Baby in einer Klinik oder einem Geburtshaus zur Welt kommt: Dann zeigt die Einrichtung die Geburt innerhalb einer Woche an, und ihr reicht Urkunden und Namen ein, oft direkt über die Klinik. Bei einer Hausgeburt meldet ihr die Geburt innerhalb einer Woche selbst an, mit der Bescheinigung von Hebamme oder Ärztin. Viele Standesämter geben mit der Geburtsurkunde gleich kostenlose Bescheinigungen für Elterngeld, Kindergeld und Krankenkasse aus. Beantragt die Leistungen früh: Elterngeld gibt es rückwirkend nur für die letzten drei Lebensmonate vor dem Antrag, Kindergeld für bis zu sechs Monate. Meldet euer Baby außerdem bei der Krankenkasse an.

Darf mein Baby im Taxi nach Hause fahren?

Ja, aber bring deine eigene Babyschale mit. Taxis müssen nur Kindersitze für Kinder ab neun Kilo an Bord haben, eine Schale für Neugeborene ist nicht vorgeschrieben. Sag bei der Bestellung, dass ihr mit Babyschale fahrt. Nutzt ihr sonst eine Basisstation, prüf vorher, ob sich die Schale auch mit dem Dreipunktgurt befestigen lässt, und üb den Einbau einmal in Ruhe. Die Schale kommt auf die Rückbank, auf den Beifahrersitz nur bei abgeschaltetem Airbag.

Brauche ich ein Stillkissen oder eine Milchpumpe in der Klinik?

Meist nicht. Ob die Station Stillkissen hat, erfährst du beim Anmeldegespräch. Nach einem Kaiserschnitt hilft ein Kissen, dein Baby so zu halten, dass nichts auf die Narbe drückt – ein festes Kissen von zu Hause tut es auch. Eine Milchpumpe hat die Klinik, falls du sie brauchst. Zu Hause bekommst du bei Bedarf, etwa bei wunden Brustwarzen oder einer Brustentzündung, eine Leihpumpe auf Rezept, und die Krankenkasse zahlt die Miete. Stillhütchen und Brustwarzensalbe kaufst du nicht vorsorglich.

Kann meine Begleitung nach der Geburt mit in der Klinik übernachten?

Oft ja, im sogenannten Familienzimmer. Das ist allerdings ein Zusatzangebot, das ihr in der Regel selbst bezahlt, und es klappt nur, wenn ein Zimmer frei ist. Ob es das in deiner Klinik gibt, was es kostet und ob man es vorab reservieren kann, erfährst du beim Anmeldegespräch. Klappt es, gehören auch für deine Begleitung Schlafsachen, Hausschuhe und Waschzeug in die Tasche.

Achte darauf

Wen du wann anrufst: tagsüber deine Frauenarzt- oder Kinderarztpraxis; hat sie geschlossen, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei Lebensgefahr sofort die 112.

Bei dir – sofort die 112, wenn

  • du eine große Vorlage in einer Stunde oder schneller durchblutest,

  • du plötzlich Atemnot oder Schmerzen in der Brust bekommst,

  • du Gedanken hast, dir oder deinem Baby etwas anzutun.

Bei dir – sofort ärztlich melden, wenn

  • du Fieber ab 38 °C hast oder dich krank fühlst,

  • der Wochenfluss plötzlich unangenehm riecht oder die Blutung wieder stärker wird,

  • ein Bein, meist die Wade, einseitig geschwollen ist, spannt oder schmerzt,

  • du starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Schmerzen unter den Rippen bekommst – eine Präeklampsie ist auch noch Tage bis Wochen nach der Geburt möglich,

  • eine Stelle in der Brust hart, rot, heiß und schmerzhaft ist und du dich grippig fühlst – stille weiter und kühle zwischen den Mahlzeiten,

  • die Kaiserschnittnarbe röter, geschwollener oder schmerzhafter wird oder nässt,

  • Traurigkeit, Leere oder Angst länger als ein bis zwei Wochen bleiben. Ein paar Heultage in der ersten Zeit sind häufig und gehen vorbei. Die TelefonSeelsorge erreichst du rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111.

Bei deinem Baby – sofort die 112, wenn

  • seine Lippen oder seine Haut bläulich oder grau werden, es Atempausen macht oder schwer atmet, etwa mit Einziehungen zwischen den Rippen oder Stöhnen,

  • es schlapp ist und sich kaum wecken lässt.

Bei deinem Baby – sofort ärztlich, wenn

  • es in den ersten drei Lebensmonaten 38,0 °C oder mehr hat, im Po gemessen, oder weniger als 36,5 °C – außerhalb der Sprechzeiten fährst du damit direkt in eine Kinderklinik,

  • es kaum trinkt, zwei Mahlzeiten hintereinander verschläft oder deutlich weniger nasse Windeln hat als oben beschrieben,

  • Haut oder Augenweiß schon am ersten Lebenstag gelb werden, die Gelbfärbung zunimmt oder dein gelbes Baby sehr schläfrig ist und schlecht trinkt,

  • der Stuhl sehr hell, weißlich oder grau ist,

  • es grün erbricht,

  • in den ersten 48 Stunden kein erster Stuhl gekommen ist,

  • der Nabel gerötet ist, nässt, blutet oder unangenehm riecht.

Moonsleep bietet Orientierung, keine medizinische Beratung. Grundlage sind Leitlinien und Fachquellen, abgeglichen mit der Moonsleep-Referenzdatenbank.